Die Einschätzungskompetenz stärken

Das Begutachtungsinstrument und seine Bedeutung für die Indikatoren

Das Begutachtungsinstrument zur Ermittlung des Pflegegrades (  https://www.mds-ev.de/themen/pflegebeduerftigkeit-und-pflegebegutachtung/das-begutachtungsinstrument.html) hat zukünftig noch eine weitere Funktion. Die halbjährliche Ergebniserfassung zur Berechnung der Indikatoren, mit denen die Versorgungsergebnisse aller stationären Pflegeeinrichtungen beurteilt werden sollen, verlangt eine aktuelle Einschätzung der folgenden vier Module des Begutachtungsinstruments:

  • Modul 1: Mobilität
  • Modul 2: Kognitive und kommunikative Fähigkeiten
  • Modul 4: Selbstversorgung
  • Modul 6: Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte

Aufgrund der Aktualität dieses Themas haben wir uns auf der Leitungsebene noch einmal sehr ausführlich in einer Inhouse-Schulung dem Begutachtungsinstrument gewidmet.

Wir konnten für diese Fortbildung dankenswerterweise Frau Carola Stenzel, Referentin des deutschen Berufsverbandes für Pflegeberufe (DBfK) und gleichzeitig Bundesmultiplikatorin für die Erfassung von Versorgungsergebnissen im Rahmen des Indikatorenansatzes, gewinnen.

Die Einschätzung der benannten vier Module des Begutachtungsinstruments benötigt die Datenauswertungsstelle neben weiteren Daten für die Berechnung der Indikatoren und dementsprechend für die Rückmeldung der Ergebnisse an die Einrichtungen in Form des Feedbackberichtes. So lässt sich beispielsweise zukünftig darstellen, ob sich die Selbständigkeit und die Mobilität der Bewohner*innen in Bezug auf vorherige Ergebniserfassungen verbessert oder verschlechtert hat und wie die Einrichtung im Vergleich zum Bundesdurchschnitt abschneidet.

Bei einigen Indikatoren werden jeweils zwei Risikogruppen unterschieden:

  • Es gibt eine Gruppenbildung bei den Indikatoren Erhaltene Mobilität, Erhaltene Selbständigkeit bei alltäglichen Verrichtungen, Stürze mit gravierenden Folgen und Unbeabsichtigter Gewichtsverlust. Hierbei wird unterschieden nach Bewohner*innen mit keinen oder geringen kognitiven Beeinträchtigungen bzw. Bewohner*innen mit mindestens erheblichen kognitiven Beeinträchtigungen.
  • Im Unterschied dazu werden bei den Indikatoren Anwendung von Gurten und Anwendung von Bettseitenteilen nur Bewohner*innen mit mindestens erheblichen kognitiven Beeinträchtigungen berücksichtigt.
  • Eine weitere Gruppenbildung wird beim Indikator Dekubitusentstehung vorgenommen. Es gibt die Unterscheidung nach Bewohner*innen, die beim Positionswechsel im Bett selbständig oder überwiegend selbständig sind, und Bewohner*innen, die dabei überwiegend unselbständig oder unselbständig sind.

Alle diese Informationen, die für die Gruppenbildung und letztlich für den Indikator eine immense Rolle spielen, kommen aus dem Begutachtungsinstrument.

Das macht deutlich, wie wichtig die genaue Kenntnis der Module und die Einschätzungskompetenz sind.

In den nächsten Wochen werden wir zu diesem Thema noch weitere Inhouse-Schulungen für Pflegefachkräfte durchführen. Sie sind diejenigen, die die Bewohner*innen täglich versorgen und am allerbesten kennen, auf ihre fachliche Meinung und detaillierte Einschätzung kommt es an.

Schreibe einen Kommentar

Share on facebook
Share on twitter
Share on email

Schreibe einen Kommentar

Menü schließen