Tiergestützte Therapie | Der Hund als Motivator

Ein Beitrag von Joyc Thoms-Holicki und Melanie Kridde

In unserem Beitrag „Tiergestützte Therapie – Mehr als nur streicheln“ (Verlinkung: https://pswbestpractice.de/tiergestuetzte-therapie-mit-hunden-mehr-als-nur-streicheln) haben wir gezeigt, welche Wirkung tiergestützte Therapie haben kann.

Heute wollen wir der Frage nachgehen, wie eine Therapiestunde unter Einsatz des Therapiehundes in einer Pflegeeinrichtung gestaltet werden kann:

Natürlich erfolgt immer als erstes eine Begrüßung: der Hund wird gestreichelt, mit einer Hand, mit beiden Händen. Es dürfen auch Leckerlis verteilt werden, hier kann die Therapeutin auch bereits erkennen, ob Berührungsängste seitens der Bewohner*innen bestehen und entsprechend darauf eingehen.

Für die Gestaltung der Therapiestunde gibt es verschiedene Übungen, die einzeln durchgeführt oder miteinander kombiniert werden können:

  1. Das Würfelspiel

In der Gruppe ist das Würfelspiel geeignet. Die Bewohner*innen nehmen nacheinander einen großen Würfel in die Hand. Es wird „in den Raum“ gewürfelt, wenn möglich im Stehen. Mit der Augenzahl des Würfels erhalten sie einen Zettel mit einer hundebezogenen Aufgabe, wie z.B. „Reichen Sie dem Hund ein Leckerli!“. Durch die Übungen werden die kognitiven und motorischen Fähigkeiten angesprochen. Die Bewohner*innen lernen einfache Kommandos sprechen und zeigen, damit die Hunde darauf reagieren können.

So kann beispielsweise die Grobmotorik der Arme und Hände durch den Einsatz des „Sitz!“-Zeichens (Faustschluss mit erhobenem Zeigefinger) oder das Herbeiholen des Hundes (ausgestreckter Arm) geübt werden.

Die Feinmotorik kann durch diverse Greifübungen trainiert werden, indem z.B. Leckerlis an Schnüren entknotet werden oder kleine Dosen geöffnet werden müssen.

Übungen zur Stärkung der Feinmotorik: Leckerlis entknoten

 

  1. Buchstaben- und Wortspiele

Wenn der Hund dabei ist, dreht sich alles um das Thema „Hund“. Kognitive Fähigkeiten können durch verschiedene Buchstaben- und Wortspiele angesprochen werden.

 

  1. Gemeinsames Backen

… aber nicht von Kuchen, sondern von Hundekeksen. Hier ist handwerkliches Geschick bei der Herstellung des Teiges und dem Ausrollen und Ausstechen der Kekse gefragt.

Backen für Charles und Oskar

Der Hund muss also nicht immer aktiv in einer Therapiesitzung agieren, er kann auch passiv begleiten. (Passive Begleitung von Bewohner*innen kommt beispielsweise auch beim Ergometertraining vor, wo Charles und Oskar gern daneben sitzen.)

 

  1. Individuelle Aktivierung

Unsere Ergotherapeutin Melanie Kridde besucht mit ihren Hunden auch Bewohner*innen in ihrem Zimmer, wenn sie aus verschiedenen Gründen die Hunde nicht selbst besuchen können. Auch hier erfolgt dann eine ganz individuelle Aktivierung der Bewohnerin oder des Bewohners durch Aufrichten des Oberkörpers, Berühren des Hundes, Werfen von Leckerlis oder Bestücken therapeutischer Materialien mit Hundekeksen.

Aber natürlich kommt eines auf keinen Fall zu kurz: die Berührung.

Dieser Beitrag hat einen Kommentar

  1. Sehr schöner Beitrag und gut erklärt 🙂

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  1. Sehr schöner Beitrag und gut erklärt 🙂

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